Ernährung in der Schwangerschaft – Auf was soll man achten?

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Eine gesunde Ernährung ist der beste Start ins neue Leben. Alle Nährstoffe, die Ihr Baby benötigt, bekommt es von Ihnen, nämlich durch die Nabelschnur. Schlechte Essgewohnheiten wie Fast Food oder nur eine Mahlzeit am Tag sollen Sie sich deshalb lieber abgewöhnen. Grundsätzlich ist fast alles erlaubt, was schmeckt. Wichtig ist vor allem, dass der Speiseplan abwechslungsreich gestaltet wird. Milchprodukte liefern Kalzium, einen wichtigen Baustein für Knochen und Zähne. Für die Blutbildung benötigt das Baby viel Eisen, das beispielsweise in Rindfleisch und grünem Blattgemüse enthalten ist. Löschen Sie Ihren Durst nicht mit Cola oder süßen Limonaden, sondern trinken Sie lieber verdünnte Fruchtsäfte, Mineralwasser oder Kräutertee.

Kohlenhydrate als Hauptenergielieferanten

Ihr Energiebedarf nimmt während einer Schwangerschaft nur wenig zu. Hauptenergielieferanten für Sie und Ihr Baby stellen Kohlenhydrate und Fettsäuren dar. Wenn Sie nicht ausreichend mit den zwei Komponenten versorgt sind, kann es während der Schwangerschaft zu Anfällen von Schwäche, Müdigkeit oder permanentem Hungergefühl kommen. Aber nicht alle Kohlenhydrate sind gleich gut geeignet. Die einfache Art von Kohlenhydraten (Zucker in verschiedenen Formen, auch in Obst) wird vom Körper sehr schnell abgebaut. Ist ihr Anteil in der Ernährung sehr hoch, kann es schnell zu Schwangerschaftsdiabetes kommen. Besser eignen sich komplexe Kohlenhydrate. Sie kommen in Reis, Kartoffeln, Nudeln oder auch Getreide vor und werden vom Körper langsamer aufgenommen. Deshalb: Greifen Sie ruhig das eine oder andere Mal zu Vollkornprodukten.

Wichtiges Eiweiß

In der Schwangerschaft dürfen Sie auch auf eine zweite Komponente nicht verzichten: Proteine. Die Eiweiße haben sowohl für die Mutter als auch für das Kind verschiedene Funktionen. Sie sorgen für ausreichend Energie und liefern die unentbehrlichen Aminosäuren für ein gesundes Wachstum des Kindes. Sie sollten nicht nur auf die Menge, sondern auch auf die Qualität der Proteine achten, denn nur hochwertige Eiweiße enthalten die nötigen Aminosäuren in ausreichend großer Menge. Empfehlenswert ist der tägliche Verzehr von Fleisch oder Fisch. Frauen, die vegetarisch oder vegan leben und möglicherweise auf jede Form von tierischen Produkten (inklusive Milchprodukten) verzichten, sollten besonders auf Ihre Ernährung achten. Eine ausreichende Versorgung ist hier mit bestimmten Kombinationen von Lebensmitteln zu erreichen, wie beispielsweise mit Reis und Bohnen.

Heißhunger-Attacken vermeiden

Saure Gurken zum Marmeladenbrötchen, Sahnetorte mitten in der Nacht – um die Gelüste von schwangeren Frauen ranken sich die seltsamsten Geschichten und Mythen. Ob Sie selbst solche Vorlieben entwickeln, bleibt abzuwarten. Nicht jede Frau ist davon betroffen. Manchmal ist dieser Heißhunger aber auch von einem wirklichen Nährstoffbedarf gesteuert. Wenn Sie also Hunger auf etwas ganz Bestimmtes haben, kann es gut sein, dass dem Körper eben diese Nährstoffe gerade fehlen. Geben Sie dem ruhig nach und verwöhnen Sie sich ein wenig. Wichtig dabei ist nur, dass sie keine Unmengen von fett- oder zuckerhaltigen Lebensmitteln zu sich nehmen oder sich ausschließlich von einem einzigen Nahrungsmittel ernähren. Nach einer nährstoffreichen Mahlzeit ist ein Stück Schokolade oder der Lieblingspudding aber durchaus erlaubt.

Um Heißhunger-Attacken zu vermeiden, ist es ratsam, kein starkes Hungergefühl aufkommen zu lassen. Stellen Sie ein wenig Ihren Ernährungsplan um und essen statt der üblichen drei Mahlzeiten einfach fünf bis sechs über den Tag verteilt. Nahrhafte Zwischenmahlzeiten beugen nicht nur Schwindelgefühlen und Schwäche vor, sondern versorgen den Körper auch mit zusätzlichen Vitaminen und Spurenelementen wie Kalzium in einem Joghurt oder Eisen in getrockneten Aprikosen oder Weizenkleie.

Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung reicht im Allgemeinen aus, um Sie und Ihr Kind mit den notwendigen Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen zu versorgen. Trotzdem sind schwangere Frauen die besten Kunden der Pharmaindustrie, was Vitamine und Nahrungsergänzung angeht. Dabei kann eine willkürliche Dosierung von diesen Stoffen häufig unnütz, manchmal sogar schädlich sein. Insofern Sie abwechslungsreich essen, genügend Milchprodukte, grünes Gemüse und hochwertige Kohlenhydrate zu sich nehmen, ist eine Unterversorgung meist nicht zu befürchten. Fragen Sie lieber Ihren Frauenarzt um Rat, bevor Sie selbst diverse Präparate kaufen. Sprechen Sie mit ihm über Ihre Ernährung und eventuelle Beschwerden. Der Mediziner weiß am besten, was Ihnen und Ihrem Kind gut tut und was eher schädlich wirken kann.

Welche Lebensmittel sollten Sie vermeiden?

Stellen Sie stets sicher, dass die Lebensmittel ausreichend erhitzt oder durchgegart sind. Rohprodukte können Krankheitserreger wie Salmonellen in sich tragen. Aus Vorsorgegründen sollten Sie folgende Lebensmittel nicht zu sich nehmen:

  • Rohes Fleisch, Getreide, Fisch, Eier sowie Rohmilchprodukte
  • Ungeschältes und ungewaschenes Obst und Gemüse
  • Geräuchertes und streichfähige Rohwurst
  • Frisch gepresste Säfte
  • Eingelegtes aus offenen Gefäßen in der Theke

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