Mein Kind weint beim Abschied in Krippe oder Kindergarten – Was soll ich tun?

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Endlich ist der große Tag gekommen und Ihr Kind hat seinen ersten Tag in der Krippe oder im Kindergarten. Doch kaum möchten Sie sich verabschieden, ist das Drama perfekt. Ihr Kind weint, klammert sich womöglich an Sie und will sich auf keinen Fall von Ihnen trennen. In dieser Situation ist manch eine Mutter oder Vater völlig überfordert. Ist es jetzt besser, das Kind wieder mit nach Hause zu nehmen oder sollen Sie trotzdem einfach gehen?

Wie reagieren Sie richtig?

Die meisten Eltern kennen die Situation: Das Kind weint beim Abschied. Jetzt ist Entschlossenheit gefragt. Gehen Sie auf jeden Fall trotzdem! Fragen Sie aber beim Abholen unbedingt die Erzieherin, wie lange Ihr Kind noch geweint hat, nachdem Sie gegangen sind. Die meisten Kinder beruhigen sich in der Regel schnell. Bis zu zehn Minuten Weinen ist unproblematisch. In dieser Zeitspanne ist das Kind nicht wirklich in Not, sondern möchte sich nur gerne eine zusätzliche Portion Zuwendung von den Eltern holen.

Eltern erkennen, dass sie auf dem richtigen Weg sind, wenn das Kind jeden Tag ein bisschen weniger lange weint. Vertrauen Sie Ihrem Kind sowie dem Kindergarten und warten Sie erst einmal ab. Bei manchen Kindern dauert das Weinen beim Abschied nur ein paar Tage, andere brauchen auch schon mal vier Wochen.

Wenn Sie schwach werden

Es ist schon herzerweichend, wenn das eigene Kind weint. Manche Eltern bringen es einfach nicht übers Herz, ihr Kind dann in der Betreuung zu lassen und nehmen es wieder mit nach Hause. Aber diese Eltern schützen ihr Kind in dieser Situation nicht, sondern nehmen ihm eine ganz entscheidende Chance. Die Chance, seine Angst zu verlieren, indem das Kind selbst erkennt, dass sie unbegründet ist. Auch Kinder, die länger als zehn Minuten weinen, müssen unbedingt ohne Eltern im Kindergarten oder der Krippe bleiben, damit sie selbst erfahren können, dass gar nichts Dramatisches passiert. Wenn die Eltern das Kind allerdings immer wieder mitnehmen, setzen sie garantiert die falschen Weichen und das Kind bekommt tatsächlich einen psychischen Knacks.

Und wenn mein Kind gar nicht aufhört zu weinen?

Neben den Kindern, die von Anfang an völlig ohne Probleme in die Betreuung gehen und der großen Gruppe, die am Anfang weint, gibt es auch noch eine dritte Gruppe, die ausdauernd weint. Dies kommt glücklicherweise nicht so häufig vor. In diesen Fällen ist es ganz wichtig, dass die Kinder professionelle Hilfe bekommen, weil sie alleine das Problem nicht lösen können. Natürlich ist es auch möglich, dass sich ein Kind vor wirklich bedrohlichen Situationen fürchtet, die allerdings im Umfeld niemand mitbekommt.

Ein Profi muss sich der Sache annehmen und – ganz wichtig – vor Ort ansehen. Dabei wird er so lange im Kindergarten bleiben, bis er weiß, was los ist. Oft ist das Kind aber selbst das Problem seiner Angst. In diesem Fall muss der Profi herausfinden, warum das Kind Schwierigkeiten mit der Gruppe hat und so mit ihm zusammenarbeiten, dass das Verhalten geändert wird.

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